St. Galler Kantonalschützenfest 2009

Das letzte Juni-Wochenende stand ganz im Zeichen des – nein, nicht des Albanifestes, sondern des St. Galler Kantonalschützenfestes. Für manchen unter unseren Teilnehmern wurde dieser Anlass zur Gedulds- und Nervenprobe, denn nicht immer landeten die Schüsse genau da, wo man sie haben wollte.

Am Freitagabend um 19.00 Uhr war Treffpunkt beim Schiessstand Ohrbühl. Ob des nicht ganz idealen Wetterberichtes – für Samstag waren Regen und Gewitter vorausgesagt – stellten sich gemischte Gefühle ein. Wird das Wetter mitmachen? Wird es die ganze Zeit nur regnen, winden, gewittern oder wird sich auch die Sonne noch zeigen? Habe ich die richtigen Kleider dabei? Diese und andere Fragen mochten sich die Junioren und Jungschützen, aber natürlich auch das Betreuerteam gestellt haben. Leider konnten wir aufgrund einer Panne bei der Rangeurzuteilung nicht am Samstag sondern erst am Sonntag schiessen.

Nach einer etwa einstündigen Fahrt ins Toggenburg erreichten wir unser Ziel in Starkenbach. Nach einem kurzen Nachtessen und der Planung des folgenden Tages war schon bald Nachtruhe angesagt.

Der Samstag zeigte sich wolkenverhangen und nass, allerdings regnete es nach intensiven Schauern während der Nacht nur noch selten. Ab und an waren sogar einzelne Sonnenstrahlen zu sehen. Als erstes wollten wir im Festzentrum in Wattwil unsere Waffen kontrollieren lassen. Da der Tag noch relativ jung war, mussten wir nicht anstehen und im Nu war alles erledigt. Umso mehr Zeit liessen wir uns für ein kleines Frühstück in der Festbeiz. Nach dem anschliessenden Einkauf für das Nachtessen verliessen wir Wattwil und fuhren nach Werdenberg im Rheintal. Das kleine Städtchen mit seinem altertümlichen Charakter war nicht minder beeindruckend als das Schloss. Es war faszinierend zu sehen, wie zu der damaligen Zeit gebaut wurde, stets darauf bedacht, die natürlichen Gegebenheiten auszunutzen. Man bedenke, dass es damals z.B. eine elektrische Beleuchtung noch nicht gab. Für uns Schützen natürlich von besonderem Interesse waren die Waffensammlung im Schloss Werdenberg. Liebend gerne hätten wir mal einen der dort ausgestellten Vorderlader mit Kaliber 18mm (!) ausprobiert.

Im Anschluss an die Besichtigung fuhren wir in den Nachbarort Buchs zum dort gelegenen Greifvogelpark. Dieser Park bietet mit seinen über 60 Arten von Tag- und Nachtgreifvögeln einen Bestand, der in Europa seinesgleichen sucht. Auf dem Rundgang konnten wir Adler, Falken, Eulen, Kauze, Bussarde, Geier, Milane und weitere, auch exotische Tiere bewundern. Der Höhepunkt des Besuchs war dann ohne Frage die Flugshow in der Arena. Es gibt wohl kaum etwas Imposanteres als einen Adler mit einer Flügelspannweite von fast 3 Metern direkt vor der Nase zu haben und fliegen zu sehen. Arnold durfte sogar einen der Raubvögel auf seiner behandschuhten Hand landen lassen und ihn füttern.

Tief beeindruckt vom eben erlebten machten wir uns schliesslich auf den Heimweg nach Starkenbach. Dass der eine oder andere unter uns irgendwann einmal wieder hierher zurückkommen wird, ist klar – nur schon um den Kondor zu sehen, der demnächst ein Gehege bekommen wird. Er soll eine Flügelspannweite von 3,30 Metern haben…!

Am Abend wurden Fleisch und Würste auf den Grill gelegt und diesen tüchtig eingeheizt. Das besondere Highlight des Wochenendes stand uns aber noch bevor: Martin Forrer, Fähnrich des St. Galler Kantonalschützenverbandes und Kollege unseres Jungschützenleiters Franz Keist, machte uns seine Aufwartung. Welch eine Ehre für uns, mit dem Fahnengruss willkommen geheissen zu werden! Neben Fachsimpeln und Erzählen von Anekdoten wurden denn auch schon Pläne geschmiedet, die vielleicht schon im nächsten Jahr zu einem Wiedersehen führen werden. Vorerst aber galt es, für den Sonntag möglichst gut vorbereitet zu sein und entsprechend rechtzeitig schlafen zu gehen.

Am Sonntag wollten wir kurz nach 7 Uhr in Richtung unseres Schiessstandes in Wildhaus abfahren. Da aber offensichtlich einige noch ihre Mühe hatten, richtig wach zu werden, verzögerte sich die Abfahrt ein wenig. Das Wetter war mit Sonnenschein und leichtem, aber nicht böigem Wind eigentlich fast optimal. Trotzdem hatten wir unsere liebe Mühe, die Treffer in die Mitte zu bringen. Da nützte es auch nichts, auf einer anderen Scheibe zu schiessen. Manch einer war nach den geschossenen Stichen ziemlich geschafft, und das nicht nur wegen der zunehmend grösser werdenden Hitze. Trotzdem konnten am Ende des Tages alle Junioren und Jungschützen stolz auf Ihre Kränze sein, denn alle hatten die notwendigen Punktelimite erreichen können. Herzliche Gratulation!

Müde, aber glücklich, machten wir uns auf zum Festzelt zum Abrechnen und dann, nach einer kleinen Stärkung in der Festbeiz, auf den Weg nach Hause. Schade, dass das Wochenende so schnell vorbei ging!

Bilder: Franz Keist, Matthias Weissert (in der Galerie)
Text: Daniel Heubach, Franz Keist

 
nachwuchs/sgksf2009_bericht.txt · Zuletzt geändert: 09.07.2009 19:59 von Christof Buergi
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